Fachwerkhaus Bj. 1850 in Aerzen (LK Hameln-Pyrmont) mit 140 m² Wfl. auf 207 m² Grundstück. Verkehrswert laut Gutachten nur 32.100 € - auffällig niedrig, was die typische ZVG-Sachwertlogik bei Altbauten widerspiegelt (hohe Altersabschläge, unzeitgemäße Technik, unbewohnt, mögliche Kellerprobleme). Lage im Ortskern von Aerzen solide (Bus, Geschäfte, Schulen fußläufig, B1 in 1 km, Hameln 10 km), Mischgebiet (M), §34 BauGB, kein Denkmalschutz, keine Baulasten. Substanzrisiken dominieren: Holzfachwerk Eiche (175 Jahre alt), Holzbalkendecken, ungedämmtes Satteldach, elektrische Nachtspeicherheizung (sehr teuer im Betrieb), überalterte Elektrik (vom Gutachter explizit benannt), einfache Sanitärausstattung. Keller wurde wegen Sporenverdachts NICHT besichtigt - erhöhtes Risiko für Feuchtigkeits-/Schimmelschäden und kontaminierte Auffüllungen. Für die wirtschaftliche Bewertung wird nach fachgerechter Kernsanierung (Boden, Decke, Dachdämmung, Haustechnik komplett, Fenster z.T., Bäder, Fassade) ein Marktwert von ca. 170-190k € geschätzt, dazu Sanierungskosten realistisch 110-140k € (Fachwerk-Sanierung erfahrungsgemäß 800-1.000 €/m² Wfl. inkl. Haustechnik). Im sanierten Zustand erzielbare Kaltmiete ca. 6,50-7,50 €/m² = 910-1.050 €/Monat (Aerzen-Niveau). KERNFAZIT: Kauf als 'Rohdiamant' nur sinnvoll, wenn der Erwerb massiv unter Verkehrswert erfolgt, Käufer Erfahrung mit Fachwerksanierung UND statischer Ertüchtigung mitbringt und ein Puffer für verdeckte Mängel (Keller, Tragfähigkeit Fachwerk, Hausschwamm) eingeplant wird. BIETOBERGRENZE: 24.000 € (ca. 75% des Verkehrswerts). Darüber kippt das Chance-Risiko-Verhältnis, weil dann Sanierung+Erwerb den Marktwert erreichen und keine Marge mehr verbleibt. Empfehlung: Vor Gebot unbedingt Fachwerksachverständigen, Keller inspizieren (Sondierung), und Vergleichswerte aus Nachbarortschaften einholen.
Potenzial: Gut
Risiko: Hoch
MW: 180.000 €
Kaltmiete (Ist / Saniert)
> 7.0 €/m²
> 980 €/Monat
Rendite
70% MW: 9.33%
· Multi: 15.31x
Bietobergrenze
24.000 €
Bodenwertanteil: 32%